Königspaar 2026

Nottuln – Mike Stinner und Phil Schürmann sind die neuen Könige der Bruderschaften St. Antoni und St. Martini
Zwei zähe Vögel beim Schützenfest

Bericht WN, Marita Strothe

Fast sechshundert Schuss und zwei Stunden länger als geplant trotzten Sonntagnachmittag zwei extrem zähe Vögel dem Beschuss der Nottulner Schützenbruderschaften St. Antoni und Sr. Martini. Da wurden am Ende Mike Stinner von der Antoni- und Phil Schürmann von der Martini-Bruderschaft die erfolgreichsten Finalisten, besonders bejubelt.

Bereits um 12.30 Uhr dreißig hieß es für die Schützen am Twiälf-Lampen-Hok antreten. Angeführt vom Spielmannszug „Gut Schlag“ Albachten und der Blasmusikvereinigung Nottuln sowie zwei Königsvögeln, marschierte die beeindruckende Teilnahme von Vorstandsmitgliedern, Offizieren und 509 Schützenbrüdern, wie Major Daniel Kocfelda  seinem Hauptmann Janis Beisenbusch meldete, zum Kirchplatz.

Als erstes legten dort in der Kapelle zwei Kranzträger der St. Martini-Bruderschaft einen Kranz nieder. Das Kinderschützenkönigspaar und anwesende Jubelkönige wurden besonders begrüßt, und einige Schützenbrüder wurden noch diszipliniert, ehe sich die beiden Königskutschen, eskortiert von den berittenen Offizieren, in den Tross eingliederten.

Mit Schellenbaum, zwei Vögeln und den Schappeuren Oskar und Noah voran ging es dann Richtung Vogelstange. In der Hagenstraße mussten die Schappeure mit ihren Äxten die Stiftsfreiheit freischlagen, ehe der Weg zum Bagno weiter gehen konnte.

An der Vogelstange angekommen, freuten sich Schützen und Untertanen über die bereitstehenden Imbiss- und Getränkewagen, und die Jüngsten begeisterten sich für die Hüpfburg. 
Zügig wurde der stattliche Königsvogel der St. Antoni-Bruderschaft in die luftige Höhe gehievt, und um 13:50 Uhr,  mit dem ersten Schuss des noch amtierenden König Paul Kinst ging es ihm an die hölzernen Federn. §Jetzt hol ihn runter“, „voll drauf!“ wurden die Schützenbrüder von den zahlreichen Zuschauern angefeuert. „Der kommt jetzt“, waren sich die ersten schnell sicher und täuschten sich. „Das gibt's doch gar nicht“, wunderten sie sich über den zähen Vogel. Erst nach einem spannenden, eineinhalb Stunden langen Wettstreit gab er sich dem eifrigen Beschuss geschlagen. Der 238 Schuss von Mike Stinner gut platziert, ließ den Vogel zum Boden stürzen. Der strahlende neue Schützenkönig der St. Antoni-Bruderschaft erkor seine Ehefrau Diana zur Königin.

Danach wurde der Vogel der Sankt Martini-Bruderschaft in die Höhe gefahren und der noch amtierende König Patrick Hagedorn legte als Erster auf ihn an. Obwohl sein Vorgänger schon die Geduld der Anwesenden auf eine harte Probe gestellt hatte, ließ sich dieser stolze Vogel lange nicht zur Kapitulation bewegen. Das hölzerne wollte sich zweieinhalb Stunden nicht geschlagen geben und fiel erst nach 18 Uhr nach dem 346 Schuss. Da kannte der Jubel der Anwesenden keine Grenzen und der neue Schützenkönig Phil Schürman wurde ganz besonders gefeiert. Er wählte Lilli Müller zu seiner Schützenkönigin. Gut zwei Stunden später als geplant, startete schließlich der Rückmarsch ins Dorf, wo die neuen Könige der Pfarrei und der Kommune vorgestellt und mit einem Fahnenschlag geehrt wurden. Spät am Abend läutete dann die traditionelle Polonaise den Königsball ein.